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Bau von Zisternen und Madiokmühlen durch die Pfarrei Santo Antô und die SAET Pilão Arcado, Bahia, Brasilien (Bericht vom 17. Februar 2020)


Die Pfarrei Santo Antônio baut schon seit 1996 unter Mitarbeit der begünstigten Familien Zisternen mit Wasser für den menschlichen Konsum. Dafür erhalten die Familien von Pfarrei und SAET die Baumaterialien. Die Familien erledigen den Aushub und halten auch die übrige Arbeitskraft vor. Vor Projektbeginn finden in der Gemeinde vorbereitende Versammlungen mit Schritt-für-Schritt-Anleitungen statt. Für die Familien ist es wichtig zu wissen, dass die Zisterne in unmittelbarer Umgebung zum Wohnhaus errichtet werden muss um genügend Regenwasser sammeln zu können. Das Projekt ist ein voller Erfolg und bis 2020 wurden in Pilão Arcado bereits 3500 Zisternen errichtet. Mit dieser wertvollen Arbeit war die Pfarrei Vorreiter für die gesamte Region geworden.

Die SAET (Sociedade de Ações Educativas Sociais e Tecnológicas) [Gesellschaft für sozialpädagogische und technische Maßnahmen] errichtete zwischen 2010 und 2012 insgesamt 1620 Zisternen mit Wasser für den menschlichen Konsum und 180 für den Produktionsgebrauch. Diese Arbeit wurde dank der Zusammenarbeit zwischen einer NGO und der Behörde für Bekämpfung von Armut und Ungleichheit der Landesregierung möglich. Die finanzielle Förderung stammt aus dem Bundesprogramm des BNDS WASSER FÜR ALLE. Davon wurden in Pilão Arcado 200 für den menschlichen Konsum und 30 für Produktionszwecke gebaut.

Die Pfarrei Santo Antônio hat in Kooperation mit der SAET 26 Mandiokmühlen in Pilão Arcado errichtet. Diese Technologie begünstigt zum einen die Produktion von Tiernahrung aus dem Rohmaterial. Zum anderen hilft sie der Organisation von Arbeitsgruppen von Familien, die in unmittelbarer Nachbarschaft wohnen, die auf diese Weise das Leben in Gemeinschaft vertiefen um gemeinsam das Problem des Nahrungsmangels für Nutztiere zu bewältigen. Jede dieser Gruppen erhält Training in Umgang und Instandhaltung der Mandiokmühle sowie Ausbildung in innovativen Techniken um das System so effizient wie möglich nutzen zu können. Zu jeder Mühle gehören drei Zisternen, was in der Summe 78 macht; alle durch die Gemeinde Santo Antônio und die SAET konstruiert und finanziert durch die deutsche Gruppe FIBRA. Durch die Mandiokmühlen wurden bereits mehr als 1560 Menschen begünstigt. Errichtet wurden sie durch die Bewohnerinnen und Bewohner der Gemeinschaften, die sich in Vereinen von acht bis zwölf Familien zusammengeschlossen haben. Dieses System schafft neben Zusammenhalt der Menschen untereinander auch den Geist der Familienpastorale. Alles ist vom Regen abhängig, auch die Produktion der Mandiokmühle. In manchen Jahren gibt es eine großartige Ernte, in anderen eher nicht. Aber in jedem Fall sind die Mühlen für die Familien äußerst nützlich.

Zisternen und Mandiokmühlen sind in der gesamten 12.123 km2 großen Region errichtet worden.

Technische Begleitung, Orientierung des laufenden Betriebes und der Produktion sowie die Errichtung von Mühlen und Zisternen übernimmt ein Techniker, der von der Pfarrei Santo Antônio unterhalten wird. Zudem finden Regionalversammlungen statt, auf denen beispielsweise die verschiedenen Formen des Zusammenlebens im semiariden Klima vorgestellt und diskutiert werden. Diese Arbeit wird von den Missionaren der Region unterstützt, die im Vorfeld die Versammlungen und Weiterbildungen in einigen Regionen organisieren. Damit erreichen wir eine bessere soziale Organisation und ein intensiveres religiöses Miteinander.

Pilão Arcado, 17. Februar 2020



Bau von Zisternen und Mandiokmühlen