Aktuell  (24.03.2018)

Osterbrief 2018 von Pater Wilhelm und Pater Bernhard  

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Liebe Freunde unserer Mission!


„Friede sei mit Euch!“ So begrüßt der Auferstandene an Ostern seine Jünger. „Friede sei mit Euch?“  Können wir uns in unserer Welt voller Gewalt und Terror zu Ostern so begrüßen? In unserer prekären Situation kann uns schon die Hoffnung entgleiten, dass sich je etwas in Richtung Frieden ändern wird.


Aber in unserer friedlosen Welt herrschen nicht nur dunkle Mächte. Es gibt auch Hoffnung! Hoffnung auf Leben. Diese Hoffnung heißt Ostern, heißt Auferstehung!


Ostern beginnt bei uns bereits jetzt! Etwa durch Menschen, die sich im Dunkel dieser Zeit für Benachteiligte und Unterdrückte einsetzen und durch ihr Engagement Lichter der Hoffnung anzünden. Zu diesen Menschen mit den Lichtem der Hoffnung gehören auch Sie! Wir Missionare wollen Ihnen erzähle, wie Ihre Lichter bei uns leuchten.


Ich, P. Wilhelm will den Anfangt machen.

Bei uns in Brasilien neigen sich die großen Ferien dem Ende zu. Am 23. 02. beginnt das neue Schuljahr. Uns erreichten 150 Anfragen nach einem Platz in unserer Schule. Aber wir konnten nur 50 Plätze vergeben. Bei der Aufnahme berücksichtigen wir vor allem Kinder aus den ärmsten Familien. So besuchen in diesem Schuljahr auch 8 behinderte Kinder unsere Schule. Manche Erwachsene machen einen großen Bogen um behinderte Menschen. Aber gerade die Behinderten bringen oft Freude und Optimismus in unseren Alltag.


Ein Mädchen namens Alana aus der Gruppe unserer Behinderten ist ganz stolz. Sie hat bei uns lesen und schreiben gelernt. Es geht zwar mühsam, aber es geht. Wenn ich diesem behinderten Kind begegne, ist unsere Begegnung stets sehr herzlich. Wir beide sind dicke Freunde. Unsere Schule ist für Alana zur Heimat geworden. Es ist ja unsere Absicht, diesen armen Kindern eine Heimat zu bieten.


Damit Kinder wie Alana bei uns eine Heimat finden, dafür müssen wir bisweilen bis an die Grenzen unserer Möglichkeiten gehen. Stets kämpft unsre Schule mit roten Zahlen. Der Schulbetrieb ist für uns nicht das große Geschäft.


In unserer Gegend gibt es viele Kranke. Ich als „Buschdoktor“ versuche meine Patienten etwas genauer anzuschauen. Es gibt verschiedene Ursachen für die allzu vielen Krankheiten. Ein Hauptgrund sind das schlechte Wasser und die Hungerrationen, mit denen die Menschen ihr Leben fristen müssen. Das Immunsystem ist geschwächt, und macht anfällig für Krankheiten.


Ausreichend sauberes Wasser würde so manche Probleme lösen. Wir, das Pfarrteam, haben uns bemüht, mit Zisternen sauberes Wasser in die Gemeinden unserer Pfarrei zu bringen. Dafür wurden wir von öffentlichen Stellen gelobt. Man versprach uns bei den zuständigen Ämtern unsere Projekte zu fördern. Es wurden sogar Finanzierungspläne dafür ausgearbeitet. Bis jetzt erhielten wir keinen Cent für notwendige Zisternen. Die zugesagten Hilfen sind in dunklen Kanälen verschwunden. Geldgier und Korruption bringen Not und Elend über unsere Familien. Ohne Ihre Gaben, müssten wir unsere Hilfen gewaltig zurückfahren. Aber mit Ihrer Hilfe bleiben wir unterwegs zu den Notleidenden, zu den Ärmsten der Armen.


Auch ich, P. Bernhard, darf Ihnen ein paar Osterlichter aus Campo Alegre senden. Es war wieder einmal Sonntag. Die Gemeinde von Lagoa do Angico versammelte sich zur sonntäglichen Eucharistiefeier unter einem Baum. Die Hitze war unerträglich. Seit Monaten hat es nicht mehr geregnet. Traurig stellten die Gottesdienstbesucher fest: „Heuer wird es wohl wieder keinen Regen geben!“ Während wir mit dem Gottesdienst begannen, zogen dunkle Wolken auf. Das Wetter änderte sich. Nach den Fürbitten donnerte und krachte es und es ging ein tropischer Regen auf uns nieder. Schnell flüchteten wir in die nächste Hütte. Durchnässt aber hoch erfreut über den Regen feierten wir unseren Sonntagsgottesdienst zu Ende. Mittlerweile hatten sich vor der Hütte riesige Wasserpfützen gebildet. Und ich hörte die erlösenden Wort von Groß und Klein: „Endlich Regen! Die Bohnen werden jetzt nicht mehr vertrocknen! Bald können wir Bohnen essen und müssen nicht mehr hungern“. Auch ich freute mich mit den Leuten dieser Gemeinde.


Die Wirtschaftskrise ist sehr groß und die Lebensmittel sind sehr teuer geworden, mit Wenigem halten sich die armen Familien über Wasser. Uns fehlt vor allem sauberes Wasser aber auch gesunde Nahrungsmittel. So sind unsere Leute sehr anfällig für Krankheiten. Es gibt zu wenig Ärzte, die bereit wären, sich in unserer Region niederzulassen. Darum ergießt sich ein Patientenstrom in die Städte, die über ein Krankenhaus verfügen. In den Krankenhäusern fehlt es öfters an allem; Betten, Medikamenten, Verbandszeug, Desinfektionsmittel. In Deutschland kann man sich diese Situation gar nicht vorstellen.


Aber die Not führt auch Menschen zusammen. Gerade die Armen leben uns vor, was in extremen Situationen Solidarität ist. Im Inland begegnete ich neulich der Familie Demerval Der Vater ist schwer krank. Herr Demerval kann nichts mehr für den Lebensunterhalt der Seinen beitragen. Schließlich musste er nach Florianom, 400 km von Campo Alegre entfernt, um sich dort einer Behandlung zu unterziehen. Seine Frau begleitete ihn. Eine Behandlung in einem unserer Krankenhäuser ist oft ein Risiko. Die Krankenhäuser sind oft mit Bakterien verseucht. Aber manchmal muss man das Risiko eingehen. Die beiden Kinder des Ehepaares, ein Mädchen, zwei Jahre und ihr Bruder, zwölf Jahre, blieben alleine zu Hause. Zwei Monate dauerte die Behandlung. Die Familien der Heimatgemeinden kümmerten sich zwei Monate lang liebevoll um die Kinder: Sie teilten ihre kärglichen Mahlzeiten mit den beiden Kindern.


Leider konnten wir mit unseren Hilfsmaßnahmen erst spät eingreifen. Unsere Pfarrei ist zu groß. Nach deutschen Verhältnissen fast so groß wie das Saarland. Die Infrastruktur oft schlecht!. Da erreichen uns die Hilferufe zu spät und manchmal gar nicht.







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